Rudyn Rudolf Schmitz (Werner Rudyn) ist einer der letzten noch lebenden Künstler aus der Blütezeit von Kabarett, Varieté und Revue. 1905 als Sohn von Textilhändlern in Wien Favoriten geboren, tritt er als Grotesk- Step- und Akrobatiktänzer, als Schauspieler und Pantomime in den renomiertesten Revue- und Varietébühnen im Wien der 20er Jahre auf. Wegen des stärker werdenden Nationalsozialismus geht er 1933 illegal in das damalige britische Protektorat Palästina, wo er während der Pionierzeit unzählige Berufe ausübt. Im zweiten Weltkrieg ist er stage-manager der Gruppe "Sheiks of Araby", einer gemischten Truppe aus Schauspielern, Tänzern und Komödianten. Ihre Aufgabe war die Unterhaltung der alliierten Streitkräfte von Tunis bis Teheran. In dieser Zeit tanzt er auch für König Faruk in Ägypten und den Schah von Persien. Als Verbindungsoffizier zu den Kriegsgefangenen organisiert er eine beeindruckende Volkshochschule, in der primär Gefangene einander unterrichteten. Er legte durch die mannigfaltige Ausbildung gerade auch österreichischer Wehrmachtssoldaten einen Grundstein zum Wiederaufbau der zweiten Republik. Aus Israel kehrt er im Jahre 1956 nach Wien zurück und erarbeitet sich innerhalb weniger Jahre die Position des Bilanzbuchhalters der Gemeindebediensteten im ÖGB. Später, als Verwalter im Restitutionsfonds der freien Gewerkschaften ist er unter anderem für mehrere Häuser zuständig, in denen er vor dem Krieg aufgetreten war. 1977 erhält er von Dr. Rudolf Kirchschläger das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs. Seit 1984 lebt er in einem Wiener Pensionistenheim. Im Alter von 90 Jahren hat Rudolf Schmitz – Rudyn begonnen, Collagen zu machen.