permanent breakfast – ÖSTERREICH. TESCHECHIEN. Geteilt – getrennt – vereint.

permanent breakfast – das immerwährende Frühstück im öffentlichen Raum – begleitet die Landesausstellung „ÖSTERREICH. TESCHECHIEN. Geteilt – getrennt – vereint.“

An den Ausstellungsstandorten Horn Raabs Telč wird jeweils zum öffentlichen Frühstücksevent eingeladen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Permanent breakfast schafft so einen öffentlichen Rahmen um wichtige Ziele der Ausstellung über einen Besuch hinausgehend zu verhandeln: Wir eröffnen Dialogforen um alte Denkmuster aufzubrechen, Differenzen und Gemeinsamkeiten zu verhandeln und die miteinander verwobenen die Geschichten der beiden Länder wahrzunehmen.

Permanent breakfast – Geschichte

Am Morgen des 1. Mai 1996 begann eine Künstlergruppe um

Friedemann Derschmidt, öffentliche Räume zu befrühstücken

und hörte nicht mehr auf damit. „permanent breakfast“ ist ein Kettenspiel: Wer zu einem der Frühstücke geladen ist, nimmt den Faden auf und richtet seinerseits ein öffentliches Frühstück aus. Zentral dabei: Alle, die vorübergehen, sind als Gäste geladen, auch wenn sie zunächst „Fremde“ sind.

„permanent breakfast“ entwickelte sich so in den letzten 13 Jahren zu einer weltweit verwendeten Methode, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Dialog über Grenzen hinweg zu führen. Bis dato fanden hunderte öffentliche Frühstücke rund um den ganzen Globus statt.

Grenzauflösungen und neue Nachbarn

2002, im Rahmen der EU Erweiterung, befrühstückten wir die sich in Auflösung befindende Grenze zwischen Österreich und Tschechien im Zick-Zack, da sich „permanent breakfast“ als brauchbares Werkzeug entpuppte, neue Nachbarschaften zu etablieren: Wir waren zwar die Gäste in Tschechien, brachten aber als Gastgeschenk einen Frühstückstisch mit, an dem die Einheimischen unsere Gäste waren.

Und auch heuer, 20 Jahre nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ und im Dialog mit der NÖ Landesausstellung „ÖSTERREICH. TESCHECHIEN. Geteilt – getrennt – vereint.“, stiften wir mit drei „kick-off“ Frühstücken an den Ausstellungsorten tschechische und österreichische Gemeinden an, sich gegenseitig mit Frühstückstischen zu besuchen: Die Gäste bewirten die Gastgeber und die Gastgeber nehmen an einer öffentlichen Tafel platz, die von den „Fremden“ auf ihrem Hauptplatz für das gemeinsame Mahl errichtet wurde.

Die ungewöhnlichen Formulierungen zeigen bereits: Die Geschichte, die hier erzählt wird ist nicht (nur) eine Liebesgeschichte oder eine die Nachbarn nach so langer Zeit nun endlich in Freude zusammenbringt, sondern (auch) eine von Misstrauen, offenen Wunden und Widersprüchen. Beides – der Wunsch sich kennen zu lernen und das gemeinsame dieser Region herauszustreichen und die Differenzen sollen an den Frühstückstischen Platz finden und hier verhandelt werden können.

Die Ausstellung nach Draußen tragen

Die Themen der Ausstellung könnten und sollen für die Gespräche bei „Kipferl und Kaffee“ eine gute Anregung sein oder vice versa – diese könnten Lust auf Geschichtsforschung in der Ausstellung machen: Unsere Frühstückstafeln verlängern den Ausstellungsraum in den öffentlichen Raum hinaus und schaffen ein Forum, Ausstellungsinhalte mit jenen unserer unterschiedlichen Lebenswelten zu verknüpfen.

Tischskulpturen und kick-off Frühstücke an den Ausstellungsorten

An den drei Ausstellungsorten werden fixe „Tischskulpturen“ des Bildhauers Osama Zatar in die Landschaft gestellt, die zum Verweilen, diskutieren oder Ausstellungskatalog-Lesen einladen.

Eröffnet werden die Kunstwerke mit jeweils einem großen „kick-off“ Frühstücksevent vor Ort, das unter ein bestimmtes aktuelles Motto gestellt wird. Das Frühstücksmotto verbindet unsere Gegenwart mit der Ausstellung, das Drinnen mit dem Draußen und lädt so zu Auseinandersetzung und Widerspruch ein.

Die Gemeinden der Region werden sich an der Frühstücksaktion beteiligen und zu unterschiedlichen Zeiten kleinere Früshstücksaktionen durchführen.